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Service-Tipps

Geldquelle E-Auto: Sparen mit bidirektionalem Laden

Statt stundenlang Strom zu fressen, speist eurer Akku jetzt Energie zurück. Bidirektionales Laden verwandelt Elektroautos in flexible Stromspeicher, entlastet die Stromnetze und bringt euch ordentlich Bares ein.

Silberner Hyundai Ioniq 5 ist über ein leuchtendes Kabel mit einer Demonstrationsstation verbunden.

Die Rückspeisung ins Stromnetz wandelt das Elektroauto in eine flexible Energiequelle um und sorgt künftig für zusätzliche Einnahmen. Bild: Hyundai via Autoren-Union Mobilität

Reichweite und blitzschnelle Zwischenstopps beherrschten jahrelang die Debatten rund um die Elektromobilität. Die gewaltigen Batteriepakete im Fahrzeugboden stellen jedoch weit mehr als bloßen Antriebsstoff bereit. Wer die Technologie schlau einsetzt, macht das eigene E-Auto zum aktiven Baustein der Energiewende und sichert sich satten finanziellen Ertrag. Beim bidirektionalen Laden fließt der Strom nämlich in zwei Richtungen. Der Fahrzeugakku treibt den Motor an oder liefert Energie für Haushaltsgeräte, Gebäude und Stromnetze. Drei clevere Stufen zeigen, welche Möglichkeiten diese Technik bietet. 

Powerbank auf vier Rädern
Die wohl unkomplizierteste Form nennt die Fachwelt Vehicle-to-Load, kurz V2L. Über eine gewöhnliche Steckdose im Auto nutzt ihr die Energie des Akkus direkt für externe Elektrogeräte. Die Kühlbox beim Camping, der Akku eures E-Bikes nach der Bergtour oder der Elektrogrill laufen problemlos über die Fahrzeugbatterie. Etliche Hersteller wie Hyundai, Kia, MG Motor, BYD sowie VW, Ford und BMW statten viele Modelle bereits ab Werk mit dieser praktischen Funktion aus. 

Euer Haus zapft das Auto an
Bei der Variante Vehicle-to-Home (V2H) schließt ihr den Wagen über eine passende Wallbox an das eigene Hausnetz an. Der Fahrzeugakku speichert tagsüber den überschüssigen Strom der Photovoltaikanlage oder nimmt nachts günstigen Netzstrom auf. Sobald die Sonne untergeht oder die Strompreise steigen, gibt das Auto die Energie wieder an das Haus ab. Voraussetzung dafür bilden ein intelligentes Energiemanagementsystem im Haus, eine bidirektionale Wallbox und ein fähiges Fahrzeug. Modelle des Volkswagen-Konzerns mit 77-kWh-Batterie ab Software 3.5, der Renault 5 E-Tech, manche Polestar- und Volvo-Modelle sowie der Mercedes EQE und EQS beherrschen diese Technik. BMW ermöglicht mit der Wallbox Professional und dem iX3 jährliche Ersparnisse von bis zu 720 Euro. Der Energieanbieter Elli stellt für Volkswagen-Kunden ähnliche Boni bereit. 

Die Lizenz zum Geldverdienen
Als finale Stufe gilt Vehicle-to-Grid, kurz V2G. Das Fahrzeug speist Energie direkt ins öffentliche Stromnetz ein und gleicht Netzschwankungen aus. Dafür fließen künftig Vergütungen direkt auf euer Konto. Noch fehlen eindeutige steuerliche Regeln, etwa für das Laden von Dienstwagen beim Arbeitgeber. Die technische Basis steht jedoch, denn die ISO-Norm 15118-20 regelt den stabilen Datenaustausch zwischen Auto und Ladeinfrastruktur bereits verbindlich. Sobald Gesetzgeber und Markt alle Details klären, verwandelt sich die Flotte der Stromer in ein gigantisches dezentrales Kraftwerk.